Sicherer Herkunftsschrank: Regierung beginnt Abschiebung in sichere Wohnungsteile von Kabul

Das Außenministerium hat viele Monate intensiv an einer Gefährdungsanalyse für Afghanistan gearbeitet, die so genau ist, dass kritische Bereiche auf den Quadratmeter genau bestimmt werden können. Das Ergebnis dieser Arbeit wird nun genutzt, um afghanische Flüchtlinge, in deren Heimatwohnungen es nachweislich sichere Herkunftsschränke gibt, abzuschieben.

Der Außenminister erläuterte die von Menschenrechtsaktivisten stark kritisierte Maßnahme im Detail:
“Man kann überhaupt nicht von einer Gefährdung für die Abgeschobenen sprechen. Sie müssen lediglich in den sicheren Herkunftswohnungen bestimmte Bereiche meiden. Kritisch sind in den meisten Fällen lediglich die Fenster, die Küche, das Bad, das Wohnzimmer und Teile des Schlafzimmers.”
Auf eine Nachfrage von Journalisten, ob die Abgeschobenen in den Städten, in denen diese sog. “sicheren Wohnungen” liegen,  auch vor die Tür gehen könnten, lachte der Außenminister lauthals und fragte zurück: “Sind Sie irre oder haben Sie Fieberphantasien?”

Auf Basis der neuen Gefährdungsanalyse soll nun auch die Reisewarnung für Afghanistan überarbeitet werden. Möglicherweise kann man schon bald günstig Urlaub in sicheren Straßenzügen von Kabul buchen und dabei den auf der anderen Straßenseite wütenden Taliban in seinem natürlichen Lebensraum beobachten.