Reporter in sehr engen Grenzen: China und Russland gründen gemeinsame Nachrichtenagentur

Moskau/Peking – China und Russland wollen die Welt zukünftig gemeinsam mit Nachrichten versorgen. Zu diesem Zweck haben sie eine gemeinsame staatliche Nachrichtenagentur gegründet. Auf der feierlichen Gründungsveranstaltung machten chinesische und russische Funktionäre allerdings deutlich, dass die neue Agentur Rücksicht auf kulturelle Eigenheiten der Gründerstaaten nehmen werde.

Daher werde die Berichterstattung die Themen Meinungsfreiheit, Demokratie, Korruption bzw. Wirtschaft, Justiz, Gesellschaft, Homosexualität und andere Religionen sowie Kunst- und Pressefreiheit ausblenden.
Die neue Nachrichtenagentur wird demnach also ausschließlich über Sport berichten – zumindest dann, wenn es dabei nicht um Doping geht.

In der Türkei registrierte man den Vorstoß aufmerksam und prüft, sich an der Agentur zu beteiligen. Zuvor wird jedoch ein Rechtsgutachten abgewartet, das prüft, ob die inhaltliche Ausrichtung der Nachrichtenmacher den türkischen Anforderungen genügt. Angeblich wünscht sich Präsident Erdogan, dass Sport als Thema gestrichen wird, da es unislamisch sei.