“Keiner unserer Sklaven kann schreiben.” – Hilferuf in Kleidung laut Modelabel gefälscht

In einem Hilferuf, der in Kleidung in der Türkei aufgetaucht ist, beklagten Arbeiter, keinen Lohn zu erhalten. Eine Anschuldigung, die beim Anwalt des betroffenen Modelabels auf Unverständnis stieß: “Das ist offensichtlich eine Fälschung. Wenn unsere Nähsklaven schreiben könnten, hätten sie vernünftige Jobs. Sie erkennen schon daran, dass die Sklavenarbeiter nicht sehr schlau sind, dass sie sich über ausbleibenden Lohn beschweren. Was kommt als Nächstes? Forderung nach Feierabend oder gar Wochenende?”

Obwohl das Argument stichhaltig ist, rückt es die unrühmlichen Arbeitsbedingungen der Bekleidungsindustrie ins Rampenlicht. In Südostasien war es in der Vergangenheit zu schweren Unfällen mit vielen Todesopfern gekommen. Der wirtschaftliche Schaden dabei wog schwer, da die Fabriken sämtliche Arbeiter neukaufen mussten.

Um die Arbeitsbedingungen endlich zu verbessern, fordern Gewerkschafter schon lange ein verpflichtendes Gütesiegel für Bekleidung. Abhängig von der Situation der Beschäftigten soll dies in den Kategorien “schlecht”, “sehr schlecht” und “Oh mein Gott!” vergeben werden.
Doch bisher wehren sich die Industriebosse erfolgreich gegen die Einführung, da sie das Geld dringend für eine dritte oder vierte Yacht benötigen.