Türkei: Putin wirft Erdogan Nazi-Methoden vor, meint das aber nicht als Kritik

Moskau/Ankara – Im Rahmen der so genannten Säuberungsmaßnahmen verbat die Türkei zuletzt die Ausreise von Akademikern und Singles mit Niveau, um einer befürchteten Landflucht der verstärkt unter Akademikern vermuteten politischen Gegner zuvor zu kommen. Trotz dieses Verbots versuchte der Sprecher des türkischen Innenministeriums zu beruhigen: “Niemand hat vor, eine Mauer zu bauen!“

Nach den so genannten Säuberungsmaßnahmen ist die Türkei außenpolitisch zunehmend isoliert. Umso willkommener waren Verständnisäußerungen von Russlands Dauerpräsident Putin. Dieser sagte in Moskau, dass die Türkei auf sehr gutem Wege sei, ein Unrechtsstaat zu werden. Auf Nachfrage eines staatlichen russischen Nachrichtensenders fügte er hinzu, dass dies durchaus positiv gemeint sei.

Argwöhnisch sieht der Rest der Welt währenddessen auf die blitzartige Entlassung von tausenden Richtern und Beamten, die offensichtlich lange vorbereitet war. Das türkische Innenministerium versuchte, die Bedenken mit einer Stellungnahme zu zerstreuen: “Ein inzwischen leider verunfallter Beamter hatte am Morgen nach dem Putsch zufällig eine Liste mit den Namen von vielen tausenden Staatsfeinden in seiner obersten Schreibtischschublade gefunden. Durch diesen glücklichen Umstand konnten wir schnell und entschlossen handeln.”