Seltsam: Wahlkampf öde, obwohl sich CDU- und SPD-Programm auf Seite 87 unterscheiden

Der Wahlkampf zwischen den Parteien brennt so leidenschaftlich wie die Liebesaffäre zwischen zwei Faultieren mit Hüftleiden. Dabei droht im Falle einer Kanzlerschaft von Martin Schulz der größte politische Umschwung seit Katarina Barley Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geworden ist.

Politiker und Meinungsforscher tun sich schwer, das laue Wahlkämpfchen zu erklären. Schließlich gibt es deutliche Unterschiede in den Programmen der beiden großen Parteien.
Schon ab dem unteren Viertel von Seite 87 der Programme wird dieser deutlich:

  • “Besserverdiener sollten wirklich etwas mehr Steuern zahlen. Wenn es geht.”, fordert darin die CDU.
  • “Besserverdienende müssen unbedingt ein klein wenig mehr Steuern zahlen.”, verlangt dagegen die SPD.

Würden hier Religionen statt Parteien antreten, reichte dieser Unterschied vermutlich für einen kurzweiligen Krieg von tausend Jahren.

Auch auf den Wahlplakaten werden die Brüche zwischen den Parteiprogrammen deutlich. Schließlich wird beim Lesen der Slogans auch ohne das Parteilogo sofort klar, wer hier die Druckindustrie subventioniert hat.
Dass der Funke nicht recht auf die Wähler überspringt, hat indes auch sein Gutes: Nach gewonnener Wahl gesellschaftliche Gräben zuzuschütten, kann sich die Siegerin sparen.