Internetverbot in Ecuadors Botschaft: Julian Assange bittet um schnelle Auslieferung an USA

Internetaktivist Julian Assange hat Ärger mit seinen ecuadorianischen Gastgebern. Deren Botschaft in London, in der sich Assange seit 2012 aufhält, hat dem Offline-Aktivisten das Internet abgestellt. Grund dafür ist die Einmischung von WikiLeaks in den US-Wahlkampf durch die Veröffentlichung von Hillary Clintons E-Mails.

Falls WikiLeaks weiteres Clinton-feindliches Material veröffentlichen sollte, droht Ecuador damit, Assange ohne Abendessen ins Bett zu schicken. Der WikiLeaks-Chef kann von Glück reden, dass Stubenarrest in seinem Fall keine Option ist.
Sollte das Internetverbot aufrechterhalten werden, will der gebürtige Australier die Botschaft jedoch verlassen und auf die bisher gefürchtete Auslieferung in die USA drängen. Eine Haft in einem US-Gefängnis erscheint ihm offensichtlich attraktiver, als offline in der ecuadorianischen Botschaft festzusitzen.

Möglicherweise will Ecuador der Welt und sich selbst auf diese Weise nur einen Gefallen tun und den Wahlsieg von Donald Trump noch etwas unwahrscheinlicher machen. Vielleicht versucht Ecuador aber auch, seinen 108. Platz auf dem Pressefreiheitsindex von Reporter ohne Grenzen zu verteidigen, wo sich das Land in Gesellschaft von Vorkämpfern der Meinungsfreiheit wie Nigeria und dem Kongo befindet.

Share