Petry unbesorgt: “Meine Wähler haben keine Immunität und sind auch auf Bewährung draußen.”

Der Immunitätsausschuss des sächsischen Landtags empfiehlt, die Immunität von Frauke Petry aufzuheben. Sie selbst hatte den Vorgang begrüßt, um bessere Chancen bei der für die AfD besonders relevante Zielgruppe der Vorbestraften zu haben.

Am Rande der Berichterstattung fielen Kräfte aus dem extremen linken Umfeld in sozialen Medien mit einer geschmacklosen Forderung auf. Diese schlugen vor, bei einer Verurteilung eine Strafe anzuwenden, die genauso archaisch ist, wie das Wahlprogramm der AfD. Demnach käme auf die Parteichefin das Abhacken der Schwurhand zu, beziehungsweise der Grußhand.

Hintergrund des bevorstehenden Verfahrens sind widersprüchliche Aussagen von Petry im Zusammenhang mit der sächsischen Landesliste der Wahl 2014. AfD-Mitglieder mussten damals 3.000 € hinterlegen, um aufgestellt zu werden. Zunächst hatte Petry ausgesagt, die Zahlung sei ein Kompromissvorschlag gewesen, nachdem die Überschreibung des erstgeborenen Sohnes von einem Drittel der Kandidaten abgelehnt worden war. Später hatte sie die Aussage dahingehend revidiert, dass es keine Einwände gegen die Abgabe der Erstgeborenen gegeben hätte. Viele Parteimitglieder hätten dann aber asiatische und schwarze Kinder eingeschickt, was die Parteiführung nicht akzeptieren wollte.

Auch der AfD wenig freundlich gesonnen Kräfte wünschen sich einen für Petry positiven Ausgang des Verfahrens: „Wenn die parteiintern als moderat geltende Petry an Bedeutung verliert, droht die völlige Trumpisierung der AfD.“, befürchtet ein Mitglied der SPD-Fraktion im sächsischen Landtag. „Wie beim Original aus den USA wäre das zwar einige Zeit sehr witzig, bald aber nur noch anstrengend.“

Bild-QuelleMichael Lucan CC-BY-SA 3.0 de