Apothekenpflicht fällt: Homöopathie zukünftig im Süßwarenregal erhältlich

Bald müssen Sie vielleicht nicht mehr in die Apotheke, um 20 € gegen 50 Gramm Milchzucker zu tauschen. Dann können Sie sich den extra Weg sparen und sich im Supermarkt über den Tisch ziehen lassen.
Der Vorschlag aus den Reihen der CDU stößt seltsamerweise bei Pharmafirmen und -verbänden nicht auf Gegenliebe. Dabei sollte die Ausweitung der Händler doch eigentlich im Sinne der Verkäufer sein.

Man stelle sich beispielsweise die Empörung von Aktionären der Tabakindustrie vor, wenn plötzlich auf jedem Schulhof Zigarettenautomaten aufgestellt würden. Das zusätzliche Geld könnte die Trauer der Anteilseigner vermutlich kaum lindern.
Ein Branchenkenner erklärte die Zurückhaltung damit, dass das Geschäft der Homöopathie-Mischer eher dem Markt für moderne Kunst entspricht: “Man muss es in einem Museum sehen, um zu wissen, dass es Kunst ist. Und Homöopathie muss man eben in der Apotheke sehen, um zu erkennen, dass dieses Zückerchen heilende Wirkung hat.”
Falls der Vorschlag nicht durchkommt, sollen im Gegenzug Smarties, Maoam und heiße Luft ebenfalls apothekenpflichtig werden. Bei Ersteren ist wenigstens bewiesen, dass sie etwas bewirken. Sie machen fett.

Weiterhin sieht der CDU-Vorschlag vor, die lateinischen homöopathischen Namen auf Deutsch auf die Packung zu schreiben. Der Bedarf nach Pferdehuf oder Sekret des Stinktiers wäre vermutlich geringer als der nach Malandrinum und Mephitis Putorius.
Für das Verabreichen solcher Mittel wäre man früher als Hexe verbrannt worden. Und das, trotz aller Liebe zur Aufklärung, zu Recht.