Nach nur 70 Jahren: Erster Bremer Schüler besteht Abitur

Das oft kritisierte Bremer Bildungssystem feiert einen großen Erfolg. Bisher war das kleine Land im Norden stolz darauf, die rote Laterne im Pisa-Test gegen die teilweise starke Konkurrenz aus anderen Bundesländern zu verteidigen.

Doch völlig unerwartet erlangte bei den zurückliegenden Abiturprüfungen nun erstmals eine Schülerin das Abitur.
Ihre Lehrer reagierten ungläubig und erschrocken auf die Nachricht, und wussten zunächst nicht, was zu tun war. Pläne, das Kind mit einem Mühlstein am Fuß in einem Teich zu versenken, wurden nach langen Diskussionen wieder verworfen.
Auch das Bremer Schulministerium musste erst bei den Nachbarn in Niedersachsen nachfragen, wie in einem solchen Fall zu verfahren sei.

Bei der Schülerin handelt es sich um ein Mädchen, das erst vor Kurzem mit ihrer Familie aus Bayern zugezogen war. Dort hatte sie zuletzt zum vierten Mal die neunte Klasse einer Hauptschule besucht.
Bremens Senatorin für Kinder und Bildung, Dr. Annegret Kenntkein-Mensch, betrachtet diesen Umstand als besonderen Erfolg für ihr Bildungssystem: “Wir wünschen uns, dass sich dies bald wiederholen lässt.”, sagte sie in einer Stellungnahme. “Es wäre aber vermessen anzunehmen, dass so etwas schon nächstes Jahr wieder gelingen kann.”

Wenn jetzt noch Abiture im Saarland und in Mecklenburg-Vorpommern abgelegt werden, sind endlich alle Bundesländer komplett.