Altersschwäche: Jugendlicher Gewalttäter vor Prozessbeginn gestorben

Jugendgerichte orientieren sich gerne an einem Leitsatz, der Mao Tse-tung zugeschrieben wird: Bestrafe keinen, erziehe hundert.
Das die Mühlen der Justiz langsam mahlen, ist weithin bekannt. Mehr und mehr Verfahren enden aber, weil die Beklagten zwischenzeitlich an Altersschwäche sterben. Ebenfalls ein häufiges Problem ist, dass Angeklagte sich nicht mehr an ihre Tat erinnern können, da fortgeschrittene Demenz dies verhindert.
Bei Aussagen von zum Tatzeitpunkt älteren Zeugen muss die Anklage oft erst umständlich beweisen, dass die Person überhaupt existiert hat.

Die erzieherische Wirkung bei derart lang verschleppten Prozessen ist überschaubar, da die senilen Straftäter das Urteil meist nicht verstehen.

Kommt es zu einer Verurteilung, ergeben sich im Strafvollzug eine Reihe von Problemen. Jugendgefängnisse beispielsweise sind in der Regel nicht auf greise Häftlinge eingerichtet. Dieser peinliche Planungsmangel muss dann durch teure Umbauten ausgeglichen werden.
Aber immerhin eine Bilanz ist erfreulich: Bei jugendlichen Intensivstraftätern, die mit 70 oder älter eine mehrjährige Haft antreten, beträgt die Rückfallquote nur 25%.