In der Türkei inhaftierte Journalisten bestätigen: Deutsche Medien sind nicht frei

Ankara – Eine Gruppe von 40 inhaftierten türkischen Journalisten veröffentliche gestern eine Erklärung, in der sie Erdogan für seine entschlossene Verteidigung der Demokratie dankten. Weiter erklärten sie, dass die türkischen Medien viel freier sind als die deutschen und die türkische Interpretation von Demokratie sowieso viel besser ist. Die Journalisten betonten in der nur schriftlich vorliegenden Erklärung, dass sie diese freiwillig und ohne dass ihnen eine Pistole vom Kaliber 9mm an die Schläfe gehalten wurde, unterzeichnet hätten.

Im weiteren Text bedanken sie sich für ihre eigene Inhaftierung, bieten an, die Kosten dafür selbst zu tragen, verzichten auf einen Gerichtsprozess und äußern die Hoffnung, dass es noch lange dauert, bis sie entlassen werden.

Eine Sprecherin von “Reporter ohne Grenzen” kritisierte, dass sich die Pressefreiheit in der Türkei dem Niveau von China oder dem Sudan annähern würde. China wies den Vergleich sofort als diffamierend zurück und kündigte an, willkürlich Journalisten zu erschießen, falls sich derartige Behauptungen wiederholen sollten.