Bund will Endlagersuche einstellen: “Bis das fertig ist, strahlt der Müll schon nicht mehr.”

Es zeichnet sich ein Paradigmenwechsel in der deutschen Atompolitik ab. Grund für das Umdenken ist die Strahlungsdauer des Atommülls: „Der radioaktive Abfall strahlt nur eine Millionen Jahre. Im deutschen Verwaltungsapparat ist das ein überschaubarer Zeitraum.“, sagte der Unterstaatssekretär für mittelmäßig wichtige Angelegenheiten des Amtes für zeitgenössische Strahlungsfragen, das eine Unterabteilung einer Unterabteilung des Bundesumweltministeriums ist.

Es gibt durchaus gute Gründe, die für den neuen Ansatz sprechen. So läuft der aktuelle Prozess der Endlagersuche bereits viele Jahrzehnte und ist genauso weit wie am ersten Tag. Wenn man das Tempo in die Zukunft hochrechnet, wird das Endlager erst fertig, wenn die Strahlung des Atommülls auf das Niveau von Röhrenbildschirmen aus den 90er Jahren gesunken ist.

Ein aus Verwaltungssicht realistisches Alternativszenario zur Aufbewahrung ist, den Müll unentwegt in Castor-Behältern durch die Republik zu fahren. Ein angenehmer Nebeneffekt wäre, dass kein Bundesland benachteiligt wird und alle Bereiche des Landes gleich viel Strahlung abbekommen. Damit scheint das Konzept auch politisch gut vermittelbar.