“Es war nur eine 5€-Reparatur.” – KFZ-Lehrling fristlos entlassen

“Geschäftsschädigendes Verhalten” steht in der fristlosen Kündigung, die ein 18 Jahre alter Auszubildender von seinem Arbeitgeber erhalten hat.
Eine große Werkstattkette hatte den angehenden KFZ-Mechatroniker rausgeworfen, nachdem dieser schwere Fehler in der Kundenansprache begangen hatte.
Im konkreten Fall hatte der in Frankfurt lebende Azubi an einem Kunden-PKW eine defekte Zündkerze entdeckt und dies sogleich behoben. Eine Maßnahme, die sein Arbeitgeber auch billigte.

Brancheninsider bezeichneten es jedoch als „komplett unüblich“, das dann auch auf die Rechnung zu schreiben.
Üblicherweise wird der Zündkerzentausch dort als „Austausch von Zylinderkopf, Nockenwelle, Pleuelstangen, Kolben und Radventilen nach kapitalem Motorschaden“ umschrieben und entsprechend bepreist.

Die Rechtsabteilung des KfZ-Großbetriebs rechtfertigte die Entlassung damit, dass der Lehrling derartiges Fehlverhalten nicht zum ersten Mal an den Tag legte. Demnach habe er in der Vergangenheit Fahrzeuge vom Hof fahren lassen, deren Profiltiefe nur noch 30 Millimeter betrug, deren letzter Ölwechsel schon 5.000 Kilometer her war, und hatte vergessen, die Stoßdämpfer mit einem Trennschleifer zu bearbeiten. Insgesamt sei so ein Sachschaden im oberen vierstelligen Bereich entstanden.

Der Versuch des ehrlichen Azubis, sich bei anderen KfZ-Betrieben zu bewerben, war bisher nicht erfolgreich. Vermutlich muss er aber sich im nächsten Ausbildungsjahr für einen komplett anderen Beruf entscheiden. Banken und Versicherungen in der Region haben allerdings bereits abgewunken.